Sep 062013
 

Hey! Hey! Hey! Wir sind jetzt wieder einige Tage unterwegs und ein ganzes Stück in Richtung Osten voran gekommen. Dabei starteten wir in Edmonton mit seiner größten Einkaufs-Mall Nordamerikas, der West Edmonton Mall. Unglaublich, wie ein kleines Las Vegas. In diesem Shoppingcenter gibt es alles…ein Schwimmbad, ein Hockey-Feld, einen kleinen Rummel, Seelöwen-Show, Kneipenmeile und und und. Danach haben wir noch eine Nacht im Stadtteil „Old Strathcona“ in Edmonton verbracht, was uns ziemlich an die Südvorstadt in Leipzig erinnert hat. Sehr alternativ und schön 🙂 Fort Edmonton Park haben wir auch mal kurz umlaufen. Der Eintritt war uns dann doch zu hoch und hatten schon einige Forts auf unserer Reise gesehen.

Danach ging es dann in das „Land of living skies“ – Saskatchewan – und es stimmt, die Himmel sind echt toll hier. Da es kaum Erhebungen, Hügel oder gar Berge gibt, scheint der Horizont unendlich weit weg zu sein bzw. das Schauspiel aus Wolken und Sonne darüber ewig zu gehen. Den ersten richtigen Stopp machten wir dann in Saskatoon, was mit seinem Saskatchewan River und der vielen Kunst als kleines Paris Kanadas gehändelt wird – eine schöne, niedliche Stadt inmitten von tausenden Kilometern Wüste.

Unser Reisebegleiter „Lonely Planet“ gab uns dann noch den Hinweis der kleinen Stadt „Mosse Jaw“ in der Nähe von Regina einen Besuch abzustatten, welche aufgrund der Machenschaften von Al „Scarface“ Capone in Bezug auf den Alkoholschmuggel in die USA zu Ansehen gelangte. Gesagt, getan! Und auch hier fanden wir eine nette, kleine Stadt mit finsterer Geschichte wieder, die uns mit offenen Armen begrüßte und in der wir z.B. während der „Tunnels of Moose Jaw“-Tour durch die unterirdischen Räumlichkeiten von Scarface viel Spaß hatten.

Nach Moose Jaw folgte, das nah gelegene Regina mit seiner „Green Mile“ um den riesigen, künstlich angelegten See mitten in der Stadt. Viele, viele Steuergelder mussten hier wohl aufgebracht werden, um eine Oase in der umliegenden Wüste zu schaffen. Sonst war nicht allzu viel los in Regina, was uns weiter auf unseren Weg in die Provinz MANITOBA führte.

Und wieder durchfuhren wir viel Wüste mit Temperaturen um die 30°C, was uns stark an das auf selber Breite etwas weiter südlich gelegene Arizona erinnerte, nur das es zwei, drei Grad kälter ist und mehr Pflanzen am Highway gibt. Jedenfalls gelangten wir schlussendlich nach Winnipeg, einer größeren und bekannteren Stadt mit Humor und Style (lt. Lonely Planet). Neil Young sang schon darüber und die Hardcore-Jungs von Comeback Kid entstammten ihr, doch als wir am Sonntag, den 1. September ankamen, wirkte Winnipeg irgendwie ziemlich ausgestorben. Viele schöne Straßen und Viertel, aber fast keine Menschen zu sehen. Komisch!

Dieses Mysterium klärte sich am nächsten Tag, dem kanadischen Feiertag „Labor Day“ am 2.9. schnell auf als wir unseren Weg auf dem schönen Trans-Canada-Highway 1 fortsetzten und durch eine Welle an RVs (Wohnmobile) in die Gegenrichtung empfangen wurden. Als wir dann noch das von Seen geprägte Ontario erreichten, war uns alles klar. Die Leute aus Winnipeg waren alle scheinbar schön über das lange Wochenende an irgendeinen See zum Campen gefahren. „Das hätten wir auch so gemacht“ haben wir uns still und heimlich für uns gedacht, da Manitoba keine vergleichbare Landschaft zu bieten hat.

Unser erster Stopp am Lake of the Woods war wunderschön, so wie scheinbar all die Landschaft hier aus Seen, Wäldern und Canyons, die auf dem wieder sehr tollen Highway 17 Richtung Osten an uns vorbei zogen. Viele „Warnung vor dem Elch“-Schilder zogen vorbei, doch leider noch kein echter Elch.

Weiter ging es nach Thunder Bay am bezaubernden Lake Superior, welcher einfach riesig an Fläche und Schönheit ist. Ja und so bahnen wir uns unseren Weg entlang dieses größten Süßwassersees der Welt und haben heute leider einen Regentag erwischt, weshalb wir uns bei einem Kaffee und freiem Internet in einem Restaurant der Burgerkette „A&W“ in der Stadt „Marathon“ aufhalten und darauf warten unseren Weg fortzusetzen.

Eigentlich wollten wir uns ja für den Winter niederlassen, doch die Pläne haben sich etwas geändert und da das Wetter hier (meistens) noch schön ist, wollen wir mit unserem deutschen Freund Martin noch einen kleinen Abstecher an die Ostküste machen, um den farbenfrohen Indian Summer an den Bäumen Nova Scotias zu erleben. Danach solls auf dem Rückweg nochmal kurz über Boston nach New York und schließlich zurück nach Ontario gehen, wo wir uns dann wirklich mal für den Winter eine Unterkunft und eine bezahlte Arbeit suchen werden.

Also – Auf nach Montreal, um Martin aufzugabeln! Und dann gehts immer weiter Richtung Osten. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt!

Viele Grüße, Küsse und Umarmungen an Euch!
JuNi